31. Internationales Jazz Open Air Festival
22. August 2026 19.00 Uhr
Konzertgarten des Stadttheaters Glauchau
Jazzclub Glauchau präsentiert:
- DEREK PLAYS ERIC
- Gulf OF BERLIN
- OSMAR OSTEN & MATTHIAS ZWARG
DEREK PLAYS ERIC:
Eine tiefgreifende Analyse des musikalischen Spannungsfelds
Das Berliner Trio DEREK PLAYS ERIC ist weit mehr als nur eine Hommage an zwei Gitarrengrößen. Es ist ein hochkomplexes, jazzbasiertes Laboratorium, das die Grenzen zwischen Avantgarde und Tradition systematisch auflöst.
Das konzeptionelle Herzstück: Der Clash der Kulturen
Der Name ist Programm und zugleich ein Paradoxon. Er beschreibt eine fiktive Synergie zwischen zwei Größen der Musikgeschichte:
- Derek Bailey: Der britische Wegbereiter der Non-idiomatic Improvisation. Sein Spiel verzichtete auf erkennbare Rhythmen, Melodien oder Harmonien.
- Eric Clapton: Der Inbegriff des Blues-Rock-Heroen, dessen Spiel tief in der Tradition, in pentatonischen Skalen und emotionaler Vorhersehbarkeit verwurzelt ist.
Andreas Willers nutzt dieses Spannungsfeld, um eine Musik zu erschaffen, die „claptoneke“ Motive nimmt und sie durch den Schredder der Bailey-Ästhetik jagt. Das Ergebnis ist eine hochintelligente Dekonstruktion.
Die Besetzung: Ein „Power-Trio“ des Modern Jazz
Die Band nutzt die klassische Rock-Besetzung (Gitarre, Bass, Drums), agiert jedoch mit der Agilität und Interaktivität eines Jazz-Ensembles.
- Andreas Willers (Gitarre/Leitung): Ein Grenzgänger, der gleichermaßen im Free Jazz wie im Progressive Rock zu Hause ist. Er beherrscht die Kunst, einen warmen Jazz-Ton im nächsten Moment in schneidende Dissonanzen umschlagen zu lassen.
- Jan Roder (E-Bass): Einer der gefragtesten Bassisten der Berliner Szene. Er sorgt nicht nur für das rhythmische Fundament, sondern agiert oft als melodisches Gegengewicht zur Gitarre.
- Christian Marien (Schlagzeug): Sein Spiel ist geprägt von einer enormen klanglichen Bandbreite – von subtiler Texturarbeit bis hin zu massiven, rockigen Grooves.
Musikalische Analyse: Zwischen Abstraktion und Groove
1. Komposition vs. Improvisation
Obwohl das Trio stark im Jazz verwurzelt ist, sind die Stücke oft streng strukturiert. Einflüsse von Gentle Giant oder John McLaughlin zeigen sich in komplexen Unisono-Passagen und vertrackten Rhythmen. Doch diese Strukturen dienen nur als Startrampe für kollektive Improvisation, bei der die Musiker die Komposition oft bis zur Unkenntlichkeit zerdehnen.
2. Das „Klanggebräu“
Die Jazz-Kritik spricht oft von einem „Klanggebräu“, weil die Band verschiedene historische Epochen verschmilzt:
- Die Tradition: Man hört Anklänge an das Storytelling eines Duke Ellington oder die strukturelle Wildheit eines Charles Mingus.
- Die Moderne: Der Einsatz von Effekten und die klangliche Härte erinnern an den Jazz-Core oder den frühen Fusion der 70er Jahre.
3. Rhythmik und Dynamik
Trotz der experimentellen Ausbrüche verliert die Band nie den Kontakt zum Boden. Es gibt oft eine groovige Basis, die jedoch permanent durch polyrhythmische Verschiebungen unterbrochen wird. Dies erzeugt eine enorme innere Spannung – ein ständiges Vor- und Zurückweichen zwischen Ordnung und Chaos.
„DEREK PLAYS ERIC spielt Musik für den Kopf und den Bauch gleichermaßen. Es ist Jazz, der die Energie des Rock nutzt, um die Freiheit der Improvisation zu feiern.“
Fazit für Jazz-Enthusiasten
Für Hörer, die den Jazz der „Berliner Schule“ schätzen, bietet das Trio eine faszinierende Reise. Es ist keine Musik für den Hintergrund; sie fordert Aufmerksamkeit. Man hört das intellektuelle Vergnügen, mit dem bekannte Blues-Licks seziert und in einem völlig neuen, oft dunklen und scharfkantigen Kontext wieder zusammengesetzt werden. Es ist Jazz, der seine eigene Geschichte mit einem Augenzwinkern, aber absolutem technischem Ernst hinterfragt.
Gulf of Berlin
Gulf of Berlin (oft auch als GULFH of Berlin stilisiert) ist eines der spannendsten Ensembles der aktuellen Berliner Jazz- und Improvisationsszene. Die Band fungiert als ein Kollektiv von „Instant Composing“-Spezialisten, die die Grenzen zwischen Jazz-Tradition, Avantgarde und elektronischer Klangkunst auflösen.
Das musikalische Konzept: „Instant Composing“
Der Kern von Gulf of Berlin ist das strikte Konzept der hundertprozentigen Improvisation. Die Musik entsteht im Moment des Spielens, ohne vorherige Absprachen über Melodien oder Harmonien. Dennoch klingt das Ergebnis selten nach wahlloser Willkür; vielmehr schöpft das Ensemble aus den afroamerikanischen Quellen der Jazztradition und lässt diese auf freie Energie, Trash-Elemente und eine Prise Humor prallen.
Die Besetzung: Ein „Who’s Who“ der Improvisation
Die Band besteht aus führenden Köpfen der Berliner Szene, die jeweils ihre eigene, starke Stimme einbringen:
- Gebhard Ullmann: Tenorsaxophon, Bassklarinette (ein Fixpunkt des europäischen Jazz).
- Gerhard Gschlößl: Posaune, Tuba/Sousaphon (bekannt für sein hochenergetisches Spiel).
- Antje Messerschmidt: Violine (bringt oft zeitgenössisch-klassische Texturen ein).
- Maike Hilbig: Kontrabass (das rhythmische und erdende Rückgrat).
- Jan Leipnitz: Schlagzeug, Objekte (feingliedrige und kraftvolle Perkussion).
- Michael Haves: Live Sound Processing / Elektronik (der „Produzent am Instrument“).
Stilistische Merkmale
Die Musik lässt sich kaum in eine Schublade stecken, weist aber folgende Charakteristika auf:
- Genre-Fluidität: Man hört Anleihen aus dem Free Jazz, Prog-Rock der 70er Jahre, Noise und zeitgenössischer Kammermusik.
- Kontrastreichtum: Harte, beinahe komponiert wirkende Riffs wechseln sich mit fragilen, schwebenden Klanglandschaften ab.
- Elektronische Aura: Durch die Live-Elektronik erhält der klassische Jazz-Sound eine zusätzliche Dimension, die die Musik futuristisch und utopisch wirken lässt.
Fazit
Gulf of Berlin ist kein klassisches Jazz-Quintett, sondern ein lebender Organismus. Wer nach Musik sucht, die sich im Hier und Jetzt erfindet und dabei sowohl Kopf als auch Bauch anspricht, kommt an dieser Formation nicht vorbei. Es ist, wie die Band selbst sagt: „Große Kunst – mit leichter Hand zusammengerührt.“
Sprech-/ Bildperformance
Kleine Naturkunde in 3 Akten
Osmar Osten und Matthias Zwar
Bei „Naturwunder in 3 Akten“ handelt es sich um ein gemeinsames künstlerisches Projekt des Malers und Grafikers Osmar Osten und des Lyrikers und Journalisten Matthias Zwarg.
Die beiden Chemnitzer Künstler arbeiten bereits seit den 1990er-Jahren regelmäßig zusammen und sind für ihre pointierten, oft humorvoll-ironischen Kombinationen aus Bild und Text bekannt.
Das Werk im Detail
Es ist primär ein Künstlerbuch bzw. eine Serie von Flugblättern, in denen die „Natur“ auf sehr eigenwillige Weise interpretiert wird:
-
Der Inhalt: Matthias Zwarg liefert meist kurze, prägnante Gedichte oder Texte, während Osmar Osten diese mit seinen typischen, minimalistischen und oft skurrilen Zeichnungen konterkariert oder ergänzt.
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Der Stil: Anstatt klassische, majestätische Naturereignisse zu zeigen (wie der Titel vermuten ließe), beschäftigen sich die „3 Akte“ oft mit dem Alltäglichen, dem Absurden oder dem leicht „Deformierten“ in der Natur und im menschlichen Blick darauf.
© Foto: Heinz Hammer
Das Gesamterlebnis: Die Veranstaltung ist ein Plädoyer für das „Unbequeme“ und das „Unvorhersehbare“. Wer hier reine Unterhaltung sucht, wird enttäuscht; wer jedoch Lust auf ein Laboratorium der Sinne hat – in dem Sprache, Malerei und Jazz zu einer Einheit verschmelzen – erlebt eine Sternstunde der Berliner und ostdeutschen Avantgarde.
Dieses Programm verspricht einen Abend der hochkarätigen Dekonstruktion und des künstlerischen Eigensinns. Hier treffen zwei Welten aufeinander, die auf den ersten Blick gegensätzlich wirken, aber durch Humor und intellektuelle Tiefe vereint werden.
Fazit der Jazz-Veranstaltung: „Tradition im Schleudergang“
Man kann dieses Programm als eine audiovisuelle Werkschau des modernen Widerstands bezeichnen. Während der literarische Teil mit Zwarg und Osten die Natur und den „Urknall“ mit sächsischem Witz und Hintersinn seziert, setzen die musikalischen Ensembles diesen Prozess klanglich for
Tickets:
- AK Erwachsene
Schüler/Studenten
- Online im VVK buchbar: theater-glauchau.reservix
- Sonstiger VVK: Glauchau-Info / Stadttheater Glauchau
sowie an allen bekannten VVK Stellen der Freien Presse
Veranstalter: Jazzclub Glauchau e.V. Stadt Glauchau, Stadttheater Glauchau
ALLES UNTER JAZZCLUB-GLAUCHAU.DE



DER JAZZCLUB GLAUCHAU e.V.
Ebenso wie diverse Ad-Hoc-Besetzungen waren es auch feste Formationen, die auf dem Programm standen, vor allem solche, die auf dem besten Wege waren, international bekannt zu werden, wie das Schönfeld-Trio, das Petrowsky-Trio, das Berliner lmprovisationsquartett, die Gumpert-Workshop-Band oder das Becker-Oktett.
Beide Besetzungsformen finden sich auch in den 80er Jahren wieder, wobei verstärkt Kleinstbesetzungen - vor allem Duos aber ebenso Solisten - zu verzeichnen sind, dabei vielleicht einem internationalen Trend folgend. Zahlreiche Duo-Konzerte hat z.B. Helmut „Joe“ Sachse in Glauchau zu verzeichnen, u.a. mit hochkarätigen Partnern, wie John Tchicai, David Moss oder Manfred Hering.
Geradezu atemberaubende Duo-Auftritte absolvierten der Pianist Hermann Keller mit dem Baritonsaxophonisten Manfred Schulze, faszinierend ebenso dessen Bläserquintett. Zu den Höhepunkten der 80er Jahre gehörten zweifelsohne folgende Konzerte: Manfred-Schoof-Orchester (1983), DOPPEL-MOPPEL (1985), Bauer/Oliver/Sommer (1986), Workshop DDR-Schweiz (1985), Mal Waldron/Tiziana Simona (1988), Peter KowaId/Vincent Chancey (1989).
Daß in den 90er Jahren die Glauchauer Konzerte noch bunter und vielfältiger wurden, liegt auf der Hand, wobei vor allem, aber nicht ausschließlich, Solisten und Gruppen aus den USA und Japan Maßstäbe setzten: das Anthony-Cox-Quartett feat. Dewey Redman (1992), das Lee Konitz/Frank Wunsch-Duo (1993), das TRIO 3 mit Oliver Lake, Fred Hopkins & Andrew Cyrille (1995), das Charles-Gayle-Trio (1995), Aki Takase/Nobuyoshi lno (1995), Horace Parlan (1996), Keizo lnoue/Itaru Oki/Tatsuya Nakamura (1996), Thomas Borgmann/Wilber Morris/Dennis Charles (1997), Billy-Bang-Quartett (1997).
Bemerkenswert sind mehrere Solokonzerte, vor allem von den Kontrabassisten Barre Phillips (1992), Eberhard Weber (1994) und Witold Rek (1997), aber auch von dem japanischen Schlagzeuger Shoji Hano (1994), dem Gitarristen Uwe Kropinski (1994) und nicht zuletzt das lmprovisationskonzert des Belgiers Fred van Hove an der Silbermann-Orgel von St. Georgen (1990). Einer der absoluten Höhepunkte und Publikumsfavorit Nr. 1 zum „Open air“ 1995 war der Auftritt der Gruppe RUF DER HEIMAT mit dem unverwüstlichen Saxophonisten Peter Brötzmann als Gast.
Seit Beginn der 2000er Jahre erfolgt nun die zunehmende Konzentration auf die alljährlichen Open-Air Konzerte im Schlosshof Hinterglauchau.
Einige Highlights sollen Erwähnung finden:
- 2000 Zentralquartett , Zbigniew Namyslowski Quintett
- 2001 Mack Goldsbury/Ernst Bier – Quartett
- 2002 FOUR IN ONE
- 2003 „25 Jahre Jazzclub Glauchau“ mit Joe Sachse, Konrad Bauer, Harry Beckett,
John Tchicai, Witold Reck, Paul Lovens
- 2004 New Jungle Orchestra
- 2005 Willem Breuker Kollektief
- 2006 Itaru Oki/Michel Pilz Quartett
- 2007 Ekkehard Jost Ensemble
- 2008 Peter Brötzmann FULL BLAST
- 2009 Petras Vysniauskas Trio
- 2010 ABRASAZ
- 2011 Trio AUS
- 2012 Gebhard Ullmann´s TA LAM 11
- 2013 Satoko Fujii/Natsuki Tamura Duo
- 2014 KLARO
- 2015 DEEP SCHROTT
- 2016 DOUBLE TROUBLE
Wir danken dem Kulturraum Vogtland-Zwickau sowie der Stadt Glauchau für Ihre wertvolle Unterstützung.
IMPRESSUM
Angaben gemäß § 5 TMG:
Jazzclub Glauchau e.V. - Auenblick 13 , 08371 Glauchau
Vertreten durch: Thorsten Dahlberg Telefon: 03763/788825 | E-Mail: th.dahlberg@gmx.de
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